WooCommerce oder Shopify: ein ehrlicher Vergleich
21.7.2026
Dieser Vergleich endet meist bei „Shopify ist einfacher, WooCommerce ist günstiger". Stimmt und hilft nicht weiter. Der eigentliche Unterschied liegt darin, wer die Verantwortung für das System trägt und wie viel Kontrolle Sie haben möchten.
Der grundlegende Unterschied
Shopify ist ein Dienst, den Sie mieten. Der Anbieter betreibt die Server, pflegt die Software und kümmert sich um die Sicherheit. Sie zahlen monatlich und arbeiten innerhalb dessen Regeln.
WooCommerce ist ein kostenloses Plugin, das Sie auf Ihrem eigenen WordPress installieren. Sie besitzen Dateien und Datenbank, Sie wählen das Hosting, Sie spielen die Updates ein. Alles ist möglich, aber nichts passiert von allein.
Kosten über drei Jahre
Für einen Shop mit 150 Produkten und 10.000 Euro Monatsumsatz:
- Shopify Basic: 29 Euro monatlich = 1.044 Euro in drei Jahren. Dazu Transaktionsgebühren von 2 Prozent, wenn Sie Shopify Payments nicht nutzen — das sind 7.200 Euro über drei Jahre Handel. Dazu kostenpflichtige Apps, realistisch 20 bis 60 Euro monatlich für Filter, Bewertungen und Auswertungen.
- WooCommerce: Hosting 8,50 Euro monatlich = 306 Euro in drei Jahren. Theme einmalig 60 Euro. Kostenpflichtige Erweiterungen 100 bis 300 Euro jährlich. Die Gebühren des Zahlungsdienstleisters fallen in beiden Fällen an.
Über drei Jahre beträgt die Differenz häufig 5.000 Euro und mehr, überwiegend durch Transaktionsgebühren. Bei sehr kleinen Shops schrumpft der Abstand, und Shopify kann ein fairer Preis für Sorgenfreiheit sein.
Wo Shopify vorne liegt
- Start — ein funktionierender Shop in zwei Stunden, ganz ohne technisches Wissen.
- Wartung — keine Updates, keine Backups, keine Sicherheitslücken in Ihrer Verantwortung.
- Lastspitzen — der Black Friday bringt das System nicht zu Fall.
- Support rund um die Uhr — ein echter Mensch antwortet.
Wo WooCommerce vorne liegt
- SEO-Kontrolle — voller Zugriff auf URL-Struktur, strukturierte Daten, robots.txt und jedes Template. Shopify erzwingt /collections/ und /products/ in den Pfaden, daran lässt sich nichts ändern.
- Inhalte — der WordPress-Blog ist ein ernstzunehmender Motor für organischen Traffic; der Shopify-Blog ist rudimentär.
- Eigentum — Sie können alles exportieren und jederzeit umziehen.
- Keine Transaktionsgebühren — Sie zahlen nur den Zahlungsdienstleister.
- Rechtssicherheit im DACH-Raum — Plugins wie German Market oder Germanized decken Widerrufsbelehrung, Grundpreise und Kleinunternehmerregelung ab. Bei Shopify ist das mühsamer.
Was WooCommerce dafür verlangt
Zeit und ordentliches Hosting. WooCommerce kann Warenkorb- und Kassenseiten nicht cachen, jede dieser Anfragen trifft direkt PHP und die Datenbank. Auf billigem Shared Hosting mit langsamen Festplatten wird ein Shop mit 200 Produkten spürbar träge, sobald ein Dutzend Besucher gleichzeitig stöbert.
Was wirklich hilft: NVMe-Speicher statt herkömmlicher Festplatten, ausreichend PHP-Speicher (mindestens 256 MB), Object Caching und ein CDN für Bilder. Unsere Pakete enthalten all das samt täglicher Backups — und bei einem Shop ist das Backup der Unterschied zwischen einer unangenehmen Stunde und einer verlorenen Woche.
Eine praktische Entscheidungsregel
- Unter 30 Produkte, niemand Technisches im Team, Sie wollen sich nicht kümmern → Shopify.
- Sie setzen auf Inhalte und organischen Traffic, brauchen deutsche Rechtstexte und jemand kann wöchentlich „Aktualisieren" klicken → WooCommerce.
- Sie haben bereits eine WordPress-Website mit Besuchern → WooCommerce, denn Sie erben die bestehende Sichtbarkeit.
Wechsel zwischen beiden
In beide Richtungen möglich, aber nicht trivial. Produkte und Kunden lassen sich mit Werkzeugen übertragen, doch die URLs ändern sich und jede alte Adresse braucht eine 301-Weiterleitung. Rechnen Sie mit zwei bis fünf Arbeitstagen für einen mittelgroßen Shop und einem Monat, bis sich die Rankings beruhigen. Besser gleich richtig entscheiden als nach einem Jahr wechseln.
Wenn Sie sich für WooCommerce entscheiden, sehen Sie auf unserer Seite WordPress-Hosting, was wir konkret für Shops bereitstellen.