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Wie Sie einen Onlineshop eröffnen

21.7.2026

Einen Onlineshop zu eröffnen ist technisch einfacher als je zuvor. Was Menschen aufhält, ist selten die Software — es ist alles drumherum: Zahlungsarten, Versand, Produktdaten, Retouren. Diese Reihenfolge funktioniert.

Schritt 1: Prüfen Sie, ob Sie überhaupt einen Shop brauchen

Wenn Sie fünf Produkte an 200 Instagram-Follower verkaufen, reicht womöglich eine gute Seite mit Bestellformular. Ein vollwertiger Shop lohnt sich ab etwa zwanzig Artikeln, bei wiederkehrenden Kunden oder wenn Sie Werbung schalten wollen. Ein Shop mit drei Bestellungen im Monat ist Wartungsaufwand ohne Umsatz.

Schritt 2: Plattform wählen

  • WooCommerce — kostenloses WordPress-Plugin. Sie zahlen nur Hosting und gelegentlich Erweiterungen. Am flexibelsten und am einfachsten mit lokalen Zahlungsanbietern und Versanddienstleistern zu verbinden.
  • Shopify — 29 bis 79 Euro monatlich, alles läuft sofort, aber Transaktionsgebühren, wenn Sie nicht Shopify Payments nutzen.
  • Shopware — stark im deutschsprachigen Raum, deutlich höherer Einrichtungsaufwand, sinnvoll ab mittlerer Größe.

Für die meisten kleinen Unternehmen ist WooCommerce die vernünftige Wahl. Es braucht allerdings ordentliches Hosting — ein Shop ist wesentlich schwerer als eine Visitenkartenseite, weil jeder Warenkorb und jede Suche in Echtzeit berechnet wird. Wir empfehlen mindestens das Paket SEO Biznis (8,50 Euro monatlich) für Shops bis einige hundert Produkte; Details finden Sie bei den Paketen.

Schritt 3: Zahlungsarten

Klären Sie das früh, die Freischaltung dauert:

  • Kauf auf Rechnung — in Deutschland nach wie vor die beliebteste Zahlart. Ohne sie verlieren Sie Bestellungen.
  • PayPal — schnell eingerichtet, hohe Akzeptanz, Gebühren rund 2,5 Prozent.
  • Kreditkarte und Lastschrift — über Stripe, Mollie oder Ihre Bank, 1,4 bis 2,5 Prozent plus Fixbetrag.
  • Klarna — erhöht die Konversion spürbar, kostet aber mehr Provision.

Schritt 4: Versand

Vereinbaren Sie Konditionen mit DHL, DPD oder Hermes vor dem Launch. Sie brauchen exakte Preise nach Gewicht und Zone, weil diese direkt in den Checkout einfließen. Für WooCommerce gibt es Plugins, die Versandlabels automatisch erzeugen — das spart eine Stunde täglich, sobald Bestellungen kommen.

Schritt 5: Rechtliche Pflichten

Meist übersprungen, im Abmahnfall zuerst geprüft:

  • Vollständiges Impressum: Firma, Anschrift, Handelsregister, USt-IdNr., Kontakt
  • AGB und Datenschutzerklärung nach DSGVO
  • Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular, 14 Tage
  • Versandkosten und Lieferzeiten transparent vor Kaufabschluss
  • Preise inklusive Mehrwertsteuer, Grundpreisangabe wo nötig
  • Cookie-Banner, der Skripte tatsächlich blockiert, bis eingewilligt wurde

Ein rechtssicheres Textpaket vom Fachanwalt oder einem Händlerbund kostet 10 bis 30 Euro monatlich und ist günstiger als eine einzige Abmahnung.

Schritt 6: Produktdaten

Die eigentliche Arbeit ist nicht technisch. Pro Produkt brauchen Sie:

  • Mindestens drei Fotos auf sauberem Hintergrund, mindestens 1000×1000 Pixel
  • 100 bis 300 Wörter Beschreibung, die die Fragen beantworten, die Kunden am Telefon stellen
  • Exakte Maße und Gewicht — ohne die lässt sich der Versand nicht berechnen
  • Artikelnummer und Lagerbestand

Rechnen Sie mit 15 bis 30 Minuten je Produkt. Bei 100 Produkten sind das fünf bis zehn Arbeitstage.

Schritt 7: Geschwindigkeit, weil sie direkt auf den Umsatz wirkt

Messungen im E-Commerce zeigen stets dasselbe Muster: eine Sekunde mehr Ladezeit senkt die Konversion um etwa 7 Prozent. Bei 10.000 Euro Monatsumsatz sind das 700 Euro — weit mehr als jeder Preisunterschied beim Hosting.

Praktisch heißt das: Object Caching, WebP-Bilder, CDN für statische Dateien und ausreichend PHP-Speicher. Unser WordPress-Hosting ist auf WooCommerce abgestimmt und sichert täglich — bei einem Shop ist das Pflicht, denn ein misslungenes Plugin-Update ohne Backup kostet Sie einen Verkaufstag.

Realistisches Startbudget

Hosting 8,50 Euro monatlich, Domain 12 Euro jährlich, Theme 60 Euro, Produktfotos 400 bis 1.000 Euro, Einrichtung 1.000 bis 4.000 Euro, wenn Sie nicht selbst bauen. Der erste Monat besteht überwiegend aus Arbeit, nicht aus Ausgaben. Starten Sie mit kleinerem Sortiment und erweitern Sie, sobald Bestellungen kommen.

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