DNS einfach erklärt
22.7.2026
Jedes Mal, wenn Sie eine Website-Adresse eintippen, passiert im Hintergrund etwas, das die meisten Website-Betreiber nie sehen: eine DNS-Abfrage. DNS (Domain Name System) ist das Telefonbuch des Internets — es übersetzt Namen, die sich Menschen merken (ihrefirma.de), in IP-Adressen, die Computer verstehen (z. B. 185.119.90.10). Ohne DNS müssten Sie sich Zahlenkolonnen statt Namen merken.
So läuft eine DNS-Abfrage ab
Tippt ein Besucher Ihre Domain ein, fragt sein Gerät einen DNS-Resolver (meist beim Internetanbieter): "Wie lautet die Adresse dieser Domain?" Hat der Resolver keine Antwort im Cache, fragt er der Reihe nach: die Root-Server, dann die für die .de-Zone zuständigen Server und schließlich die Nameserver Ihrer Domain — dort kommt die endgültige Antwort her. Die ganze Kette dauert einige Dutzend Millisekunden und wird zwischengespeichert, sodass die nächste Abfrage deutlich schneller ist.
Diese Einträge sollten Sie kennen
- A-Eintrag — verknüpft die Domain mit der IP-Adresse des Servers. Der "Haupteintrag" Ihrer Website.
- CNAME — ein Alias: sagt, dass www.ihrefirma.de dasselbe ist wie ihrefirma.de.
- MX — bestimmt, welcher Server Ihre E-Mails empfängt. Ein falscher MX bedeutet: keine Post.
- TXT — Texteinträge, meist für SPF, DKIM und DMARC (damit Ihre Mails nicht im Spam landen) sowie für Verifizierungen (z. B. Google Search Console).
- NS — Nameserver: Sie bestimmen, wer die DNS-Zone Ihrer Domain überhaupt verwaltet.
Warum Änderungen "24–48 Stunden dauern"
Wegen des Cachings. Jeder DNS-Eintrag hat eine TTL (Time To Live) — so lange dürfen Resolver die Antwort speichern. Bei einer TTL von 24 Stunden sehen manche Besucher auch einen Tag nach der Änderung noch die alte Adresse. Praxistipp: Senken Sie vor einem Umzug die TTL mindestens einen Tag vorher auf 300 Sekunden (5 Minuten), führen Sie die Änderung durch und erhöhen Sie die TTL danach wieder. So dauert die "Propagation" Minuten statt zwei Tage.
Die häufigsten DNS-Fehler in der Praxis
Erstens: Hostingwechsel ohne Anpassung des A-Eintrags — die Website zeigt weiter auf den alten Server. Zweitens: der beim Umzug vergessene MX-Eintrag — die Website läuft, aber die Post bleibt aus. Drittens: doppelte oder widersprüchliche Einträge mit unvorhersehbarem Verhalten. Viertens: Nameserver beim Registrar geändert, aber die Zone beim neuen Anbieter ist leer — die Domain "existiert" dann schlicht nicht. Bei uns wird die DNS-Zone mit jedem Hosting-Paket automatisch eingerichtet, und der Support hilft beim Übertragen der Einträge vom alten Anbieter.
DNS und Ladezeit
Der DNS-Lookup ist der erste Schritt jedes Seitenaufrufs und fließt in die TTFB ein. Langsame Nameserver kosten 50–200 ms, bevor überhaupt etwas passiert. Seriöse Anbieter betreiben DNS deshalb an mehreren Standorten (Anycast) — die Abfrage wird beim nächstgelegenen Server beantwortet. Wenn Ihnen Geschwindigkeit und SEO wichtig sind, ist DNS eine Kleinigkeit, die Sie einmal prüfen und dann vergessen können.