DDoS-Angriffe und Schutz: Grundlagen für Website-Betreiber
22.7.2026
Stellen Sie sich vor, Ihr Geschäft hat eine Tür, und jemand schickt 10.000 Menschen, die sich anstellen, ohne etwas kaufen zu wollen. Echte Kunden kommen nicht mehr hinein. Genau das ist ein DDoS-Angriff — Distributed Denial of Service. Der Angreifer nutzt Tausende infizierte Rechner und Geräte (ein Botnetz), um Ihre Website mit gefälschten Anfragen zu überfluten, bis der Server nicht mehr antwortet.
Warum sollte jemand ausgerechnet Ihre Website angreifen?
Kleine Unternehmen fragen oft: „Wer greift schon die Website eines lokalen Friseursalons an?" Die Antworten sind banaler, als man denkt: unlautere Konkurrenz (DDoS-Angriffe werden auf dem Schwarzmarkt schon ab 10–20 Dollar pro Stunde vermietet), Erpressung („zahlen Sie, oder Ihre Seite bleibt offline") oder schlicht Kollateralschaden — angegriffen wurde eine andere Website auf demselben Server, und Ihre ging mit ihr unter. Berichte von Cloudflare zeigen seit Jahren zweistellige Wachstumsraten bei DDoS-Angriffen, und die meisten Ziele sind kleine und mittlere Websites — eben weil sie am schlechtesten geschützt sind.
Die drei wichtigsten Angriffsarten
- Volumetrische Angriffe — schiere Datenmengen (Hunderte Gbit/s), die die Netzwerkanbindung verstopfen. Der häufigste Typ, aber auch am leichtesten auf Netzwerkebene zu filtern.
- Protokoll-Angriffe (z. B. SYN-Flood) — erschöpfen Server- und Netzwerkressourcen durch halboffene Verbindungen.
- Angriffe auf der Anwendungsebene (L7) — die tückischsten: Sie sehen aus wie echte Besucher, die Seiten aufrufen, suchen und Produkte in den Warenkorb legen. Geringes Volumen, großer Schaden, schwer von echtem Traffic zu unterscheiden.
Woran Sie einen Angriff erkennen
Seiten laden zehn Sekunden oder gar nicht, das Hosting-Panel zeigt CPU- und RAM-Spitzen, in den Logs sehen Sie Tausende Anfragen von Hunderten verschiedener IP-Adressen auf dieselbe URL — und Google Analytics registriert keinen Besucheranstieg, weil Bots in der Regel kein JavaScript ausführen. Wenn Sie diese Kombination sehen, versuchen Sie nicht, IP-Adressen einzeln zu sperren; gegen einen verteilten Angriff ist das ein aussichtsloses Unterfangen.
Was Sie realistisch tun können
- Nutzen Sie ein CDN. Ein CDN verteilt den Traffic auf ein globales Servernetz, sodass ein volumetrischer Angriff auf eine Infrastruktur mit Terabit-Kapazität trifft statt auf Ihren einzelnen Server. Das ist die erste und wirksamste Verteidigungslinie.
- Aktivieren Sie eine WAF (Web Application Firewall) — sie filtert verdächtige Anfragen, bevor sie Ihre Website erreichen, und ist gegen L7-Angriffe unverzichtbar.
- Rate Limiting — begrenzen Sie die Zahl der Anfragen pro IP und Minute, besonders bei Login und Suche.
- Cachen Sie aggressiv. Eine gecachte Seite wird ohne Datenbankzugriff ausgeliefert — eine Website, die 95 % der Anfragen aus dem Cache beantwortet, hält ein Vielfaches der Last aus.
- Wählen Sie Hosting mit integriertem Schutz. Bei uns sind DDoS-Schutz, WAF und ein kostenloses globales CDN in jedem Tarif enthalten — schon ab SEO Start für 4,20 € im Monat —, sodass die meisten Angriffe gefiltert werden, bevor Sie sie überhaupt bemerken.
Ein Plan für den Ernstfall
Falls ein Angriff doch durchkommt: Kontaktieren Sie sofort den Hosting-Support (nennen Sie Beginn und Symptome), aktivieren Sie den „Under Attack"-Modus, falls Ihr CDN einen bietet, und zahlen Sie niemals Erpressungsforderungen — wer zahlt, markiert sich selbst als lohnendes Ziel. Die gute Nachricht: Mit der Kombination aus CDN und WAF enden die allermeisten Angriffe auf kleine Websites als ein paar Zeilen im Logfile, nicht als Ausfall. Wie schnelles, geschütztes Hosting Ihre Rankings beeinflusst, lesen Sie in unserem Beitrag über SEO-Hosting.