AMP: Lohnt es sich noch – oder ist es Zeit, es abzuschalten?
22.7.2026
AMP (Accelerated Mobile Pages) war Googles Antwort auf langsame mobile Websites: eine abgespeckte Version der Seite, ausgeliefert aus Googles Cache, die praktisch sofort öffnet. Jahrelang war das AMP-Abzeichen Voraussetzung für den Top-Stories-Karussell – Verlage führten es daher massenhaft ein, ob sie wollten oder nicht. Doch die Lage hat sich geändert.
Was sich geändert hat
Das entscheidende Datum ist Juni 2021: Mit dem Page-Experience-Update strich Google AMP als Voraussetzung für Top Stories. Seitdem kann jede Seite, die die Core Web Vitals erfüllt, im Karussell erscheinen. Google entfernte auch das AMP-Symbol aus den Suchergebnissen. Mit anderen Worten: Das Privileg, für das AMP existierte, gibt es nicht mehr.
Der Trend ist auch in der Praxis eindeutig: Viele große Websites haben AMP abgeschaltet (Twitter etwa leitete schon 2021 nicht mehr auf AMP-Versionen weiter), und die Zahl neuer AMP-Implementierungen sinkt seit Jahren.
Was heute gegen AMP spricht
- Doppelte Arbeit: Sie pflegen zwei Versionen jeder Seite – jede Änderung an Design, Werbung oder Analytics erfolgt zweimal, und die AMP-Versionen entfernen sich mit der Zeit von der Hauptseite.
- Einschränkungen: AMP erlaubt nur eigene Komponenten. Individuelle Formulare, interaktive Elemente, viele Marketing-Tools – alles entweder unmöglich oder mühsam.
- Analytics und Einnahmen: AMP-Seiten zeigen historisch niedrigere Werbeeinnahmen und erschwertes Conversion-Tracking, weil sie aus Googles Cache statt von Ihrer Domain ausgeliefert werden.
- Kein SEO-Bonus mehr: Geschwindigkeit ist ein Rankingfaktor, AMP als Technologie jedoch nicht. Google rankt schnelle Seiten, nicht AMP-Seiten.
Wann AMP noch Sinn ergeben kann
Fairerweise: Es gibt Szenarien, in denen AMP weiterhin seinen Dienst tut – große Nachrichtenportale mit enormem mobilem Traffic, die bereits eine stabile AMP-Infrastruktur betreiben und die Kosten des Rückbaus scheuen, sowie AMP for Email, das eine eigene Geschichte ist und in interaktiven E-Mails sein Eigenleben führt. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören und alles funktioniert – kein Grund zur Panik.
Was Sie statt AMP tun sollten
Das Ziel von AMP war Geschwindigkeit – und die erreichen Sie heute auch ohne:
- Bestehen Sie die Core Web Vitals: LCP unter 2,5 s, INP unter 200 ms, CLS unter 0,1.
- Optimieren Sie Bilder (WebP/AVIF, Lazy Loading) und entfernen Sie unnötige Skripte.
- Nutzen Sie Caching und ein CDN, damit Inhalte nahe beim Besucher ausgeliefert werden.
- Wählen Sie Hosting mit schnellen Antwortzeiten – NVMe-Speicher und niedrige TTFB sind die halbe Miete.
Genau deshalb enthalten unsere Hosting-Pakete NVMe-Speicher, ein globales CDN und Caching ohne Aufpreis – eine schnelle Website statt zwei halb gepflegter. Wenn Rankings Ihre Priorität sind, sehen Sie sich unser SEO-Hosting an.
So schalten Sie AMP ohne Schaden ab
- Richten Sie 301-Weiterleitungen von allen AMP-URLs auf die regulären Seitenversionen ein.
- Entfernen Sie die
amphtml-Link-Tags aus dem Seitenkopf. - Beobachten Sie die Search Console einige Wochen – bei korrekten Weiterleitungen ist kein Einbruch zu erwarten.
Fazit: Für die große Mehrheit der Websites ist AMP im Jahr 2026 eine Technologie, deren Zeit abgelaufen ist. Eine schnelle, gut optimierte Website auf hochwertigem Hosting liefert dasselbe SEO-Ergebnis – ohne doppelte Pflege.
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